Atheris mabuensis

(Branch & Bayliss, 2009)
 
 

    

 
Einführung:
Eine neue Atherisart, beschrieben von BRANCH & BAYLISS (2009), ist in Mosambik entdeckt worden. Doch durch die fehlende Infrastruktur und durch soziale Unruhen (aufgrund des anhaltenden Bürgerkriegs) war ein Großteil des Landes für Forscher viele Jahre lang unzugänglich. Daher wurde diese Art erst so spät entdeckt. Allgemein ist die dortige biologische Vielfalt, insbesondere die Herpetofauna, eine der am schlechtesten dokumentierten in Afrika. Daher können jeder Zeit neue Atherisarten beschrieben werden.
 
Beschreibung:
Der Körper ist relativ schlank, im Querschnitt dreieckig und mit einem dünnen Greifschwanz ausgestattet. Der Kopf ist dreieckig, mit einem sehr deutlichen Übergang zum Hals und hat eine abgerundete Schnauze sowie relativ große Augen. Das größte bekannte Weibchen hat eine Länge von 384 mm. Das größte Männchen 367 mm. Die Anzahl aller gefangenen Tiere ist jedoch zu klein um festzustellen ob Weibchen größer als Männchen werden.
 
Etymologie:
Benannt nach der Lokalität, Mount Mabu (Nord-Mosambik).

Taxonomie:

Diese Art unterscheidet sich von allen anderen Atherisarten durch eine Kombination von Merkmalen. Das offensichtlichste Merkmal ist die geringe Größe, da die meisten Atheris über 550 mm werden. Sie ist auch die südlichste Art der Gattung, wobei die nächstgelegene Art Atheris rungweensis, aus dem Norden Malawi, ist. Innerhalb des Tribus Atherini ist Atheris mabuensis eine Zwischenform zwischen den baum- und buschlebenden Atheris und der ebenfalls klein bleibenden, bodenbewohnenden Adenorhinos barbouri.

 
Lebensraum:
Alle bislang gefangenen Exemplare wurden auf dem Waldboden unter nassem Laub gefunden. Auf dem Berg Mabu fand man sie auf 1000m und auf dem Berg Namuli 1550m Höhe. Wahrscheinlich fand man die Tiere auf dem Berg Namuli so hoch, weil durch die Landwirtschaft die tieferen Wälder verschwuden sind.
 
Haltung:
Die erste Atheris mabuensis wurde über 37 Monate gepflegt. Die anderen Atheris mabuensis wurden für kürzere Zeiträume (2-4 Monate) gehalten. Während dieser Zeit haben sie bereitwillig kleine Geckos (Lygodactylus capensis und Hemidactylus mabouia) sowie kleine Amphibien (Hyperolius sp., Strongylopus sp. und Phrynobatrachus sp.) gefressen.
 
Während der Haltung konnte beobachtet werden das die Tiere ihren gelben Greifschwanz zum anlocken ihrer Beute nutzen. Das Terrarium wurde mit viel Laub ausgestattet. Darin versteckten sich diese kleinen Vipern, bedingt durch ihre braune Färbung, sehr gut. Sie klettern aber auch auf Äste, welche 20cm über dem Boden hängten, und verstecken sich unter überhängenden Blättern.
 
Berichte der dortigen Einheimischen:
Einwohner berichteten, dass diese Art bevorzugt im Laub ihren Lebensraum hat und auch, dass sie nicht viel mehr als 35 cm lang wird. Diese Beobachtung wurde durch das Wachstum der ersten Atheris mabuensis bestätigt. Obwohl sie über drei Jahren gepflegt wurde erreichte sie, trotz regelmäßiger Fütterungen, nur eine Länge von 367 mm. Einwohner stellt fest, dass Bisse von der Art schmerzhaft waren aber nicht tödlich verliefen. Vorsicht ist jedoch empfohlen, da schwere Vergiftungen durch Bisse von A. chlorechis und A. squamigera bekannt sind und sogar ein Todesfall der letzteren Art dokumentier wurde.
 
 

Acknowledgements:
I thank Prof William R. Branch and Dr. Julian Bayliss for the pictures of this incredible Atheris spec.