Montatheris hindii

(Boulenger, 1910)

 

  

Der Artenname ehrt Dr. S. L. Hinde, der das erste Exemplar fand. Der Gattungsname wird aus Mont- (lateinisch für montanus = im Gebirge entdeckt) atheris abgeleitet.

Die bodenbewohnende Zwergviper ist auf den Aberdare und auf dem Mount Kenia heimisch, wo sie in Höhenlagen zwischen 1200 und 3500m lebt. Dort leben die Tiere, in offenem Gelände, unter Grasbüscheln und in, von Nagern gegrabenen, Höhlen. Auf dem Mount Kenia ist diese Schlange häufig anzutreffen, anders als in den Aberdares. Das Klima am Mount Kenia und in den Abadares ist so ähnlich wie in den schottischen Highlands. (Pers. Mitteilung von Thomas Häfner)

Die ziemlich träge Schlange besitzt ein leicht reizbares Temperament. Bei Störungen bläst sie ihren Körper auf und beißt sofort zu. Ihr Gift wirkt auf Blut und Blutgefäße zerstörend ein.

Da die Temperaturen in ihrem natürlichen Lebensraum in der Nacht bis auf fast 0°C absinken, kommt sie nur am Tage aus ihren Schlupfwinkeln hervor und setzt ihren Körper der Sonne aus. Sie ernährt sich von Chamäleons, anderen kleinen Echsen und Amphibien. Montatheris hindii ist ovovivipar. Die ungefähr 10-13 cm langen Jungen durchstoßen nach der Geburt sofort das sie umgebende transparente Eihäutchen.

Der Kopf ist spitz-dreieckig, die Schnauze abgerundet. Das Auge ist mäßig groß mit im Licht senkrecht geschlitzter Pupille. Der Rumpf erscheint untersetzt. Der Schwanz ist kurz. Der Kopf und die Körperoberseite sind von kleinen, stark gekielten Schuppen bedeckt. Die graubraune Kopfoberseite zeigt einen schwarzbraunen, pfeilförmigen Fleck. Die Lippenschilde sind weißlich gefleckt. Auf graubrauner Körpergrundfärbung finden sich vier Längslinien, die von kleinen, dunklen, dreieckigen oder diamantförmigen Flecken bedeckt werden. Die Unterkiefer- und Kehlregion sind auf gelblichem oder weißlichem Farbgrund von einer weißen Mittellinie überzogen. Die Bauchseite ist grau bis schwarzgrau, der Schwanz gelblich.

Montatheris hindii wurde bisher nur in geringen Stückzahlen aus Kenia nach Europa und in die USA exportiert. Diese bergbewohnende Schlange ist im Terrarium eine gut zu pflegende Viper. Tages über verlangen die Tiere Luft- und Bodentemperaturen um 25 bis 28 °C, die in der Nacht immer unter 20°C sinken müssen. Vor- und Nachmittagssonne sind für das Wohlbefinden der Ostafrikanischen Bergotter notwendig, ansonsten hält man die Beleuchtung 12 bis 14 Stunden lang in Betrieb.

Als Bodengrund bietet man ein Gemisch aus Sand und Torf sowie eine Schicht Sphagnum, welche immer feucht gehalten werden muss. Dies kann man durch häufiges Sprühen mit leicht erwärmtem Wasser erreichen. Zudem braucht diese Viper trockene Plätze wie z.B. flache Steine oder trockene Rinde. Als Unterschlupf dient Rinde und die Schicht Sphagnum. Als Futter werden problemlos Babymäuse angenommen. Montatheris hindii wurde im Terrarium noch nicht zur Nachzucht gebracht, obwohl trächtig importierte Weibchen im Terrarium schon mehrfach Junge abgesetzt haben.

Diese Haltungsanleitung bezieht sich auf artgerecht importierte Schlange. Doch das trifft kaum auf die kommerziellen Importe zu. Bekommt man dennoch über sehr gute Kontakte Tiere, sind diese dann wie Vipera berus zu pflegen. Tags warm, Nachts kalt und vor allem feuchtes Bodensubstrat wie Sphagnum oder Ähnliches.