Proatheris superciliaris

(Peters, 1854)
 
 

  

 
 
Der Artenname bezieht sich auf die großen Supraocularschilder dieser Schlange, welche keine andere Atherini spec. aufweist. Es wird aus den lateinischen Wörtern super – (oben) und cilium (Augenlid) abgeleitet. Dem Gattungsname Atheris geht die Silbe Pro (vor, für) vorraus.
 
 
Verbreitung:
 
Die Sumpfviper bewohnt die Küstenebenen Zentral-Mozambiques und Nord-Mozambique. Die Art kommt ebenfalls im Südwesten von Tansania vor. Proatheris superciliaris lebt im trockenen Grasland, das lediglich an Sümpfe und Überschwemmungsgebiete angrenzt. Die Bezeichnung „Sumpfviper" ist von daher nicht sonderlich gelungen.
Die kleinen Vipern sind hauptsächlich in der Dämmerung aktiv und gehen zu dieser Zeit auf Beutefang. Das Nahrungsspektrum setzt sich aus allerlei Rohrfröschen (Hyperolius), Echten Fröschen (Ranidae), Kröten (Bufonidae) und gelegentlich auch aus kleinen Säugetieren zusammen. Unter im Terrarium gepflegten Exemplaren wurde vereinzelt Kannibalismus beobachtet.
 
In der kühleren Jahreszeit von April bis Anfang Juli ist Proatheris superciliaris weitgehend inaktiv. Paarungsaktivitäten und Kopulationen fallen in den Juli. Im November und Dezember werden drei bis acht, maximal 16 Jungschlangen geboren, die bei ihrer Geburt eine Körperlänge zwischen 13,5 und 15,5 cm aufweisen. In der ersten Zeit ihres Lebens ernähren sich die Jungschlangen von Insekten und kleinen Fröschen.
Die Körperoberseite der Sumpfviper ist hellgraubraun bis rötlichbraun. Eine Reihe schwarzer Flecke überzieht den Rücken vom Hals bis zum Schwanz. Auf jeder Körperseite ist eine weitere Reihe kleiner schwarzer Flecke, die durch gelblichweiße Bänder winkelartig voneinander getrennt sind. Drei dunkle, winkelartig angeordnete Flecke bedecken die Kopfoberseite und die Kopfseiten. Auf den Kopfseiten werden die dunklen, bandartigen Flecke von gelblichweißen Binden umgeben. Die Bauchseite zeigt weißliche Farbtöne, die von zahlreichen schwarzen Flecken übersät sind. Die schwarzen Flecke sind in unregelmäßigen Reihen angeordnet.
Sie wird 40 bis 50 cm und in seltenen Ausnahmen bis zu 80 cm.
 
Haltung und Zucht:
 
Zur Haltung dieser hübschen Schlange genügt ein mittelgroßes 80 cm x 50 cm x 50 cm, L x B x H) Terrarium. Als Bodengrund kann man ein Gemisch aus Sand und Walderde verwenden. Ein Korkstück oder ähnliches als Unterschlupf und ein Trinkgefäß müssen jedoch vorhanden sein. Einmal pro Woche sollte lauwarmes Wasser gesprüht werden. Ansonsten sind die Sumpfvipern relativ trocken zu halten.
Die Beleuchtung sei während des Tages zwölf Stunden lang in Betrieb. Während des Tages fühlen sich Sumpfvipern zwischen 25 und 28 oder gar 30 °C wohl. In der Nacht sollte die Temperatur nur um wenige Grad absinken. Eine Bodenheizung, die lokal 28 °C und ein wenig mehr erzeugt, bekommt den Tieren gut.
Die Fütterung mit Mäusen angemessener Größe ist völlig problemlos. Die Sumpfvipern fressen selbst in der Häutung. Die größeren und stämmigeren Weibchen fressen stets mehr und öfter als die Männchen. Wenn ein Weibchen wöchentlich eine Maus verzehrt, so nehmen die Männchen im Vergleich dazu monatlich nur eine Maus zu sich.
 
 
Textquelle: Ludwig Trutnau