Fütterung

 

Die Fütterung ist ein Thema für Sich und sollte entsprechend hervorgehoben werden. Bedenkt man nur mal die Tatsache, dass viele baumbewohnenden Giftschlangen (z. B. Tempelottern) durch falsche Futtertiere oder durch zu häufiges Füttern, sehr schnell beeinträchtigt werden oder sogar sterben können. Daher möchte ich hier noch mal extra darauf eingehen.

Futtertierart:

Bei allen Atheris ( außer hispida ) ist es angebracht Nagetiere zu verfüttern. Lebend verfüttert, bieten sie alles was die Vipern zum Leben brauchen. Besonders wenn sie ausgewogen ernährt wurden. Säugetiere sollten aber wenn möglich immer haarlos verfüttert werden. Bei großen Atheris können beispielsweiße Rattenbabys verfüttert werden. Vögel sind auch eine denkbare Alternative, jedoch müssen es Tiere von Züchtern sein um keine Krankheiten oder Parasiten einzuschleppen. Selbiges gilt natürlich auch für Säuger. Bei Atheris hispida ist man sich nach wie vor uneinig welche Futtertiere verwendet werden sollten. Ich bin der Meinung das Tauwürmer keine schlechte Futtertierwahl sind.

Futtertiergröße:

Genauso wichtig wie die Futtertierart, ist die Futtertiergröße. Ich habe die Erfahrung machen müssen das zu große Futtertiere, welche zudem auch noch Fell hatten, zu Verstopfung führen können. Füttert man aber nur halb so große Futtertiere, im selben Fütterungsintervall ( dazu später mehr ), ist die Kotabgabe regelmäßiger und beschwerdefrei.

Fütterungsintervall

Es ist völlig unnötig Atheris mit Futtertieren voll zu stopfen, weil eine Kornnatter auch so oft frisst. Atheris haben einen trägen Metabolismus, bedingt durch das träge Naturell der Tiere, welche nur selten den Standort wechseln. Damit geht einher das Atheris auch viel weniger Futter brauchen wie aktive Nattern. Ich habe gute Erfahrungen mit Einmonat-Intervallen gesammelt. Auch längeren Fresspausen von zwei oder drei Monaten sind nicht schädlich.

Ein Beispiel:

Meine große Atheris ceratophora hat am 31.05.07 gefressen. Erst am 29.09.07 hat sie wieder Futter angenommen. Ich glaube, dass das den Tieren recht gut tut. Keines meiner Tiere ist dünn oder nimmt nach einer langen Futterpause an Körpervolumen ab.

Wasser:

Auch wichtig zu erwähnen ist das tränken der Tiere nach jeder Mahlzeit. Ich konnte an meinen Python regius beobachten das sie nach jeder Mahlzeit Flüssigkeit zu sich nehmen. Das sollte man auch Atheris, besonders nach befellten Futtertieren, ermöglichen. Daher immer nach dem Füttern sprühen.

 

atheris_ceratophora_frog

 



Letztlich möchte ich auf das Werk von ANDREAS GUMPRECHT & EWALD TOENJES
vom NTV Verlag (Art für Art) "Die Tempelotter" verweisen. Dort werden ähnliche Beobachtungen angeführt wie ich sie verzeichnen konnte.

Zitat:

Ein weiteres Problem betrifft die Verdauung. Tempelottern haben einen äußerst trägen Metabolismus. Nach der Nahrungsaufnahme können, insbesondere wenn befellte Kleinsäuger verfüttert werden, ohne weiteres mehrere Wochen verstreichen, bis die Tiere zum ersten Mal Kot absetzen. [...] Tempelottern zeigen beim Beutefang in der Natur eine passiv angelegte Strategie. Sie vertrauen auf ihre kryptische Färbung und Zeichnung und lauern mitunter wochenlang regungslos im Astwerk oder Unterholz auf Beute. Durch diese Passivität ist auch der Metabolismus heruntergesetzt, was bedeutet, dass die Schlangen nicht so viele Futterstücke zum Überleben brauchen wie aktive Jäger. Allerdings müssen ihre Sinnesleistungen jederzeit angespannt sein, damit sie bei der ersten Gelegenheit zum Beutegriff zuschlagen können. Bei falscher Interpretation führt dies dazu, dass die Schlangen turnusmäßig wie andere Arten auch gefüttert werden, da sie ja fressen. Letztlich füttert man die Tiere so aber zu Tode, da sich mit jedem weiteren Futterstück das Absetzen des Kotes nur noch weiter verzögert. Daher sollten Tempelottern eben nicht im „bewährten" Futterrhythmus einmal die Woche versorgt werden, sondern eher alle 6-8 Wochen.